Berufliche Bildung am RBZ Wirtschaft.Kiel

Ein vielfältiges Schulangebot des RBZ Wirtschaft . Kiel - eine berufsbildende Schule mit der Fachrichtung Wirtschaft - vermittelt Schülerinnen und Schülern die erforderliche Grund- und Fachbildung für einen bestimmten Beruf oder ein bestimmtes Berufsfeld und ermöglicht - je nach individueller Vorbildung und Fähigkeit - außerdem höherwertige Bildungsabschlüsse (vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur). Zusätzlich gibt es noch ein allgemeinbildendes Abendgymnasium.Bildungswege RBZ 2017 02 13

Das RBZ Wirtschaft - Kiel umfasst folgende Schularten:  

  • die Berufsschule,
  • die Berufsfachschule,
  • die Fachoberschule,
  • die Berufsoberschule,
  • das Berufliche Gymnasium
  • die Fachschule sowie
  • das Abendgymnasium.

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Die Berufliche Bildung in Schleswig Holstein

Die Berufsschule vermittelt im Rahmen der dualen Berufsausbildung gemeinsam mit den ausbildenden Betrieben eine Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf und erweitert die allgemeine Bildung. Die Auszubildenden werden in Fachklassen für Einzelberufe oder Berufsgruppen zusammengefasst. Gibt es in einem Ausbildungsberuf nur wenige Auszubildende, werden Bezirksfachklassen oder Landesberufsschulen (mit Internatsbetrieb) eingerichtet. Einige Ausbildungsberufe können nur in anderen Bundesländern erlernt werden. Während der Berufsausbildung können in der Berufsschule ein dem Hauptschulabschluss, dem erweiterten Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder dem Realschulabschluss gleichwertiger Abschluss oder die Fachhochschulreife erworben werden. Berufsschulpflicht besteht bis zum Abschluss eines bestehenden Ausbildungsverhältnisses oder, wenn kein Ausbildungsverhältnis besteht, bis zum Beginn des Schulhalbjahres, in dem die Schülerin oder der Schüler volljährig wird. Für Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, werden besondere Klassen gebildet.


Berufsfachschulen vermitteln in bestimmten Fachrichtungen durch Vollzeitunterricht eine erste berufliche Bildung. Es gibt drei Schultypen mit unterschiedlicher Zielsetzung:

  • Die Berufsfachschule nach § 1 Abs. 1 Berufsfachschulordnung (Typ I) vermittelt in zwei Jahren eine berufliche Grundbildung und einen Abschluss, der dem Realschulabschluss gleichwertig ist. Aufnahmevoraussetzung ist der Hauptschulabschluss. Angeboten werden die Fachrichtungen Ernährung, Gesundheit und Ernährung, Technik und Wirtschaft.
  • Die Berufsfachschule nach §1 Abs. 2 Berufsfachschulordnung (Typ II) bereitet in drei Jahren auf den Abschluss in dem Ausbildungsberuf Holzbildhauerin/Holzbildhauer nach der Handwerksordnung vor. Die Abschlussprüfung wird vor der Handwerkskammer Flensburg abgelegt. Aufnahmevoraussetzung ist der Hauptschulabschluss. Der Schulabschluss schließt einen dem erweiterten Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss ein. Ein dem Realschulabschluss gleichwertiger Abschluss kann ebenfalls erworben werden.
  • Die Berufsfachschule nach §1 Abs. 3 Berufsfachschulordnung (Typ III) vermittelt je nach Bildungsgang in zwei oder drei Jahren eine Berufsausbildung mit einem staatlichen Abschluss, die nur in Schulen erworben werden kann. Angeboten werden die Fachrichtungen Chemie, Elektronik und Datenverarbeitung, Informatik, Pharmazie, Physik, Sozialpädagogik, Sozialwesen, Sport sowie Wirtschaft. Aufnahmevoraussetzung ist in der Fachrichtung Sozialwesen der Hauptschulabschluss, in den übrigen Fachrichtungen der Realschulabschluss. Der Schulabschluss in der Fachrichtung Sozialwesen schließt einen dem erweiterten Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss ein, ein dem Realschulabschluss gleichwertiger Abschluss kann erworben werden. In den übrigen Fachrichtungen kann die Fachhochschulreife erworben werden.

Die Fachoberschule vermittelt Schülerinnen und Schülern durch einen einjährigen Vollzeitunterricht oder einen zweijährigen Teilzeitunterricht eine Bildung, die den Anforderungen für die Aufnahme eines Studiums an einer Fachhochschule entspricht. Voraussetzung für die Aufnahme in der Fachoberschule ist neben einer abgeschlossenen einschlägigen Berufsausbildung der Realschulabschluss oder der erweiterte Hauptschulabschluss nach Klasse 10. Die Fachoberschule wird in folgenden Fachrichtungen angeboten: Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Gestaltung, Sozialwesen, Technik und Wirtschaft.

Das Berufliche Gymnasium (ehemals Fachgymnasium) vermittelt Schülerinnen und Schülern mit einem überdurchschnittlichen Realschulabschluss durch berufsbezogene und allgemeinbildende Unterrichtsinhalte eine Bildung, die den Anforderungen für die Aufnahme eines Hochschulstudiums und einer vergleichbaren Berufsausbildung entspricht (allgemeine Hochschulreife). Das Berufliche Gymnasium umfasst die Jahrgangsstufen 11 bis 13. Zur Wahl stehen die Fachrichtungen Ernährung, Gesundheit und Soziales, Technik, Wirtschaft sowie Agrarwirtschaft. Durch die Wahl der Fachrichtung entscheidet sich die Schülerin oder der Schüler für das berufsbezogene Schwerpunktfach (Jahrgangsstufe 11), das in der Regel zugleich das zweite Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau (ehemals Leistungskursfach) in den Jahrgangsstufen 12 und 13 ist. Das berufsbezogene Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau kann sein: in der Fachrichtung Ernährung das Fach Ernährungslehre mit Chemie, in der Fachrichtung Gesundheit und Soziales das Fach Pädagogik/Psychologie, in der Fachrichtung Technik das Fach Bau-, Elektro-, Maschinenbau- oder Datenverarbeitungstechnik bzw. Elektromobilität, in der Fachrichtung Wirtschaft das Fach BWL oder VWL  und in der Fachrichtung Agrarwirtschaft das Fach Agrartechnik mit Biologie. Am Ende der Jahrgangsstufe 12 kann die Fachhochschulreife (schulischer Teil) erworben werden, die vor Aufnahme in eine Fachhochschule durch ein einjähriges Praktikum oder eine Berufsausbildung ergänzt werden muss. Die am Beruflichen Gymnasium erworbene Fachhochschulreife wird in der Mehrzahl der Bundesländer anerkannt.


Die Berufsoberschule vermittelt in bestimmten Fachrichtungen Schülerinnen und Schülern mit Realschulabschluss und einer erfolgreich abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder einer mindestens fünfjährigen einschlägigen Berufstätigkeit vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten, erweitert die allgemeine Bildung und führt zu einem Abschluss, der den Anforderungen für die Aufnahme eines fachgebundenen Hochschulstudiums entspricht. Durch Unterricht und Prüfung in einer zweiten Fremdsprache kann ein Abschluss erreicht werden, der den Anforderungen für die Aufnahme eines Hochschulstudiums und einer vergleichbaren Berufsausbildung entspricht (allgemeine Hochschulreife).


Die Berufsoberschule umfasst bei Vollzeitunterricht zwei Schulleistungsjahre (12. und 13. Jahrgangsstufe), bei Teilzeitunterricht vier Schulleistungsjahre (zwei Schulleistungsjahre entsprechen einer Jahrgangsstufe). An die Stelle des ersten Schulleistungsjahres (Jahrgangsstufe 12) tritt in Schleswig-Holstein der Besuch der einjährigen Fachoberschule mit der Prüfung zur Fachhochschulreife. Schülerinnen und Schüler, die die Fachhochschulreife in anderen Bildungsgängen als in der Fachoberschule erworben haben und die die genannten beruflichen Voraussetzungen erfüllen, können in das zweite Schulleistungsjahr (Jahrgangsstufe 13) der Berufsoberschule aufgenommen werden. Folgende Fachrichtungen können eingerichtet werden: Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Gestaltung, Sozialwesen, Technik und Wirtschaft. Die Zuordnung zu einer Fachrichtung richtet sich nach der Berufsausbildung oder der Berufstätigkeit.


Die Fachschulen vermitteln nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung und nach mehrjähriger Berufserfahrung durch Weiterbildung erweiterte berufliche Fachkenntnisse. Die überwiegend zweijährigen Schulen schließen mit einer staatlichen Prüfung ab und können zu weiteren schulischen Abschlüssen führen. Fachschulen werden in den Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Datenverarbeitung/Organisation, Handwerkliches Gestalten, Hauswirtschaft, Haus- und Familienpflege, Hotel- und Gaststättengewerbe, Informatik, Nautik, Schiffsbetriebstechnik, Heil-, Sonder- sowie Sozialpädagogik angeboten. Einige Fachrichtungen werden in mehreren Schwerpunkten angeboten, die eine weitere Spezialisierung ermöglichen.

Voraussetzung für den Besuch einer Fachschule sind neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung je nach Fachrichtung der Hauptschulabschluss, der erweiterte Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder der Realschulabschluss. Der Nachweis der Hochschul- oder Fachhochschulreife wird für die Fachschule der Fachrichtung Sonderpädagogik in Verbindung mit einem einjährigen einschlägigen Praktikum, für die Fachschule der Fachrichtung Sozialpädagogik in Verbindung mit Erfahrungen, die für eine sozialpädagogische Tätigkeit förderlich sind, als gleichwertige berufliche Aufnahmevoraussetzung anerkannt. Das Abschlusszeugnis der einjährigen Fachschule und das Versetzungszeugnis am Ende des ersten Schulleistungsjahres einer mehrjährigen Fachschule schließen einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss ein. In einigen Fachrichtungen schließt das Abschlusszeugnis der mindestens zweijährigen Fachschule die Fachhochschulreife mit ein. In anderen Fällen kann die Fachhochschulreife wahlweise erworben werden.


Quelle: Die Informationen wurden teilweise vom Bildungsministerium Schleswig-Holstein übernommen und für das RBZ Wirtschaft der Landeshauptstadt Kiel angepasst.